Liebe Gemeindemitglieder,
zum 01. Januar 2026 ist eine große Veränderung geschehen: Die Fusion unserer ehemaligen Kirchengemeinden. Viele von Ihnen haben Fragen, Sorgen, aber auch Neugier und Hoffnung geäußert. Uns ist wichtig, transparent zu informieren und mitzunehmen, was Sie bewegt.
Wir haben die häufigsten Fragen gesammelt. Pfarrer Volker Meiling und Presbyterin Gerda Berlin haben diese beantwortet. Vielen Dank dafür!
Warum wird unsere Gemeinde überhaupt fusioniert?
Immer mehr Pfarrerinnen und Pfarrer gehen in den Ruhestand, während nur wenige junge Menschen nachfolgen. Damit alle Mitglieder auch künftig eine feste Ansprechperson haben, werden größere Gemeindegebiete notwendig. Fusionen sind eine Antwort auf diese veränderten Rahmenbedingungen. Zugleich ist eine Fusion auch eine bewusste Entscheidung: Menschen schließen sich zusammen, um ihre Ziele und Visionen gemeinsam zu gestalten. Die bisherigen Gespräche haben gezeigt, dass viel Vertrauen, Offenheit und Bereitschaft zum Miteinander vorhanden sind.
Was bedeutet die Fusion für die Identität unserer bisherigen Gemeinde?
Die neue „Evangelische Heilig-Geist-Gemeinde Köln Land“ möchte die bisherigen Kulturen aufnehmen und miteinander zum Klingen bringen. Gewohntes wird sich verändern, aber Neues entsteht. Die Fusion ist auch eine Chance, die Stärken der bisherigen Gemeinden zu bündeln und Neues gemeinsam zu entwickeln. Entscheidungen werden weiterhin in gemeinsamer Beratung getroffen, Mittel dort eingesetzt, wo sie am meisten bewirken.
Wie entstand der neue Name?
Der Name „Heilig Geist Gemeinde Köln Land“ verbindet Theologie und Region: Der Heilige Geist steht für Aufbruch, Energie und Begeisterung – das soll uns Rückenwind geben. Zugleich verweist „Köln Land“ auf unsere regionale Verbundenheit mit dem Kölner Umland. In Arbeitsgruppen wurden Kriterien entwickelt: der Name sollte theologisch tragfähig, einzigartig und erkennbar sein – und genau das erfüllt er.
Welches Leitbild soll die neue Gemeinde prägen?
Der Heilige Geist steht sinnbildlich für Offenheit und Bewegung. Er soll uns leiten, eine Willkommenskultur zu gestalten, in der Toleranz, Vielfalt und Verantwortung für die Schöpfung selbstverständlich sind. Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und gegenseitige
Achtung werden Grundpfeiler unserer neuen Gemeinde sein.
Wo und wie werden künftig Gottesdienste gefeiert?
An allen bisherigen Standorten werden weiterhin regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Ein gemeinsamer Liturgieentwurf verbindet die Impulse beider Gemeinden, sodass überall nach einer einheitlichen, aber lebendigen Form gefeiert werden kann. Bewährte Formate – wie „kreuz + quer“ oder das Kinderkirchenschiff – bleiben bestehen.
Die Gottesdienstzeiten werden teilweise angepasst, damit zwei Pfarrerinnen oder Pfarrer künftig mehrere Orte versorgen können. Wichtig ist ein verlässlicher, klar kommunizierter Plan, damit jede und jeder weiß, wann und wo gefeiert wird.
Wie sieht es mit Festen und besonderen Anlässen aus?
Große kirchliche Feste bleiben zentrale Momente im Jahreslauf, auch wenn sie künftig stärker gemeinsam gestaltet werden. So können Menschen aus allen Gemeindeteilen zusammenkommen, um zu feiern, zu beten und Gemeinschaft zu erleben. Der erste gemeinsame Neujahrsempfang wird am 18. Januar 2026 in Pulheim stattfinden – ein Zeichen des Neubeginns und Miteinanders.
Was geschieht mit Gruppen, Kreisen und Angeboten?
Alle bestehenden Gruppen bleiben bestehen. Gleichzeitig soll es mehr Raum für ehrenamtliches Engagement geben. Durch die Fusion entstehen neue Möglichkeiten: Gemeindemitglieder sind eingeladen, über den eigenen Bereich hinauszublicken, andere Angebote kennenzulernen und neue Formate gemeinsam zu entwickeln. Schon jetzt werden neue Projekte, besondere Gottesdienste und thematische Aktionen geplant.
Bleiben Mitarbeitende und Pfarrpersonen erhalten?
Alle Mitarbeitenden werden in die neue Gemeinde übernommen, teilweise wurden sogar neue Stellen geschaffen. Natürlich wird es auch in Zukunft Veränderungen geben. Pfarrerin Maike Pungs wird ab Mitte 2026 auch die Verantwortung für Widdersdorf, Sinthern, Geyen und Manstedten übernehmen. Die übrigen Aufgabenbereiche teilen sich Pfarrer Johannes Böttcher und Pfarrer Volker Meiling. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bleiben also weiterhin gut erreichbar.
Was passiert mit unseren Gebäuden?
Nach aktuellem Stand ist die Aufgabe eines Kirchen- oder Gemeindegebäudes nicht vorgesehen. Dennoch müssen wir realistisch bleiben: Die künftige Belastung durch Gebäudeunterhalt wird regelmäßig überprüft. Ziel ist, die Gebäude sinnvoll zu nutzen und langfristig tragfähig zu erhalten.
Wie werden Finanzen und Spenden geregelt?
Für Gemeindemitglieder ändert sich durch die Fusion nichts Grundlegendes: Die Zuweisungen aus Kirchensteuern richten sich weiterhin nach den Mitgliedszahlen. Da die Einnahmen sinken könnten, bleiben Spenden – ob Geld, Sachmittel oder Zeitspenden – besonders wichtig. Jede Unterstützung trägt dazu bei, das Gemeindeleben lebendig zu halten.
Wie kann ich selbst den Fusionsprozess mitgestalten?
Die neue Gemeinde lebt davon, dass Menschen sich einbringen. Wer Ideen hat, mitdenken oder mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen. Kreative Prozesse, neue Projekte und gemeinsames Nachdenken sind aus drücklich erwünscht – denn die neue
Gemeinde soll von vielen Schultern getragen werden.
Ein gemeinsamer Weg
Die Fusion bedeutet Veränderung – aber auch Aufbruch, Vertrauen und Hoffnung. Wenn wir uns aufeinander einlassen, voneinander lernen und miteinander gestalten, kann etwas Neues wachsen: eine lebendige Kirche, offen für alle Generationen und geprägt vom Geist Gottes, der uns verbindet.
Jonas Heinrich
